Perestroika Tours – Spezialist für geführte Reisen mit Wohnmobil, Caravan, Reisemobil, Freizeitmobil, Autotouristen und Autotourismus - Fernreisen
  Home Über uns Impressum Disclaimer FAQ/Häufige Fragen  
 
Kurz & Standardtouren
Fernreisen
Reiseziele & Termine
Aktuelles
Galerie
Tipps
Infoveranstaltungen
Teilnehmertreffen
Messetermine
Anreisebeschreibung
Katalogbestellung
Hausplatz
Mir-Club
Kontakt
Links
Reiseberichte
 








 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reiseberichte
und mehr...
 

Eine Woche im Königsberger Gebiet - Eine Reise in die deutsche Vergangenheit

Wir treffen uns mit der Gruppe im Ort Malbork (Marienburg) in Polen auf dem Campingplatz. Nach einem leckeren Begrüßungsessen, bei dem wir uns schon ein wenig kennenlernen, bereitet uns der Reiseleiter auf den morgigen Grenzübergang nach Russland vor. Er schildert uns den Ablauf und gibt uns Verhaltensregeln. Wir füllen bereits hier notwendige Formulare aus. Wir sind froh, dass wir dieses Abenteuer unter kundiger Führung unternehmen.
Am nächsten Morgen starten wir rechtzeitig. Auf dem Weg zur Grenze sehen wir uns kurz den im 14. Jahrhundert erbauten Dom in Frombork (Frauenburg) an, wo Nikolaus Kopernikus als Domherr im 16. Jahrhundert das heliozentrische Weltbild entwickelte. Bald müssen wir weiterfahren, um nicht zu spät zur Grenze zu kommen. Wir brauchen nicht sehr lange warten, bis die ersten Teilnehmer aus unserer Gruppe abgefertigt werden. Allerdings nimmt der Vorgang mit genauester Kontrolle der Papiere und Fahrzeuge einige Zeit in Anspruch. Schließlich können wir aber Geld tauschen, den Grenzraum verlassen und zur ersten Tankstelle fahren, wo wir uns über den niedrigen Dieselpreis freuen können.
Nach ein paar Stunden ist die Gruppe vollzählig, und wir können unsere Fahrt fortsetzen. Unser Stellplatz ist für sechs Nächte bei einem kleinen Hotel im Ort Groß Kuhren (Primorje) an der samländischen Küste. Von hier aus wollen wir mit dem Bus Ostpreußen erkunden.

Königsberg (Kaliningrad):
Die erste Besichtigungstour führt uns nach Königsberg, wo wir den in den letzten Jahren wieder entstandenen Dom besichtigen, der auch ein Museum für den größten Sohn der Stadt beherbergt, Immanuel Kant. Im Kirchenschiff genießen wir ein Orgelkonzert. Auf der Fahrt durch die Stadt zeigt uns unser Führer Jewgenij die wenigen Überreste, die in Königsberg noch aus deutscher Zeit übrig sind und das neue Königsberg. Im Bernsteinmuseum bewundern wir die Schätze der Region.

Fahrt durch das Samland:
Wir fahren mit dem Bus an der Samlandküste entlang zu Jewgenijs Heimatort Palmnicken (Jantari). Er berichtet uns von der Geschichte der Bernsteingewinnung und – verarbeitung, der Haupteinnahmequelle des Orts schon seit langer Zeit. Ganz langsam entwickelt sich auch der Tourismus als zweites Standbein. Wir sehen uns die ehemalige evangelische Kirche an, heute ein russisch-orthodoxes Gotteshaus. In einer Bernsteinmanufaktur lassen wir uns zeigen, wie aus Rohbernstein durch Schleifen und Schmirgeln wunderschöner Schmuck wird. In dem zugehörigen Shop lockt ein Angebot an Schmuck in allen erdenklichen Farben und Formen zu teilweise recht deftigen Preisen. Beim Bernsteintagebau können wir sehen, wie Bernstein gewonnen wird, der sich in einer bestimmten Gesteinsschicht, der so genannten „Blauen Erde“  findet. Beeindruckend ist das Ausmaß dieser Grube. Bislang hatten wir uns vorgestellt, dass Bernstein vor allem auf Strandspaziergängen gefunden wird.
Mit dem Bus geht es weiter an der Küste entlang nach Pillau, dem Königsberger Hafen, der schon vor dem Krieg vor allem Kriegsmarinehafen war. Zur Sowjetzeit war der Hafen absolutes Sperrgebiet. Auch heute musste Jewgenij für unseren Besuch eine Genehmigung einholen. Wir sehen verschiedene Kriegsschiffe, sogar Flugzeugträger und U-Boote. Auf dem Deutschen Soldatenfriedhof wird uns beim Lesen der Inschriften auf den Gedenksteinen wieder der Irrsinn des Krieges bewusst, der für so viele junge Leute den Tod bedeutete und nur Leid und Vertreibung gebracht hat.
Nun haben wir noch ein wenig Gelegenheit, den herrlichen Strand zu genießen. Wir liegen in der Sonne, baden die Füße in der noch ziemlich kalten Ostsee und sammeln mit Begeisterung Bernstein. In kürzester Zeit finden wir im Treibsel eine ganze Handvoll der kleinen leuchtenden Steine. Wir fahren auf dicht belaubten Alleen durch kleine Dörfer wieder nach Primorje zurück zu.
Nach dem Essen in unserem Hotel erwartet uns noch eine Überraschung. Die Schüler der Musikschule aus Swetlogorsk sind mit ihrer Lehrerin gekommen und erfreuen uns mit Folklore. Sie singen russische Volkslieder aus verschiedenen Regionen Russlands. Zum Schluss müssen wir alle den Gesang mir Rhythmusinstrumenten begleiten. Begeistert wird die kleine Truppe beklatscht und nach einer Zugabe herzlich verabschiedet.

palmnickenpalmnicken2

Große Ostpreußen-Rundreise:
Am nächsten Morgen müssen wir früh startbereit sein. Schon um 7.30 Uhr steht der Bus vor unserem Hotel. Es soll auf eine große Ostpreußenrundtour gehen, die auf den russischen Straßen einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Wir wollen eine ganze Reihe von Orten besuchen und werden wohl erst gegen 22.00 Uhr zurück sein.
Die Fahrt geht auf dicht belaubten Alleen vorbei an der Hauptstadt Königsberg in den Osten des Landesteils. Unterwegs mit dem Bus können sich nun auch die Wohnmobilfahrer einmal an den schönen Alleen freuen, die sonst immer aufpassen müssen, ihr Gefährt schadlos zwischen den Bäumen durchzumanövrieren.
Unterwegs zeigt sich, dass die Teilnehmer unserer Reise aus sehr unterschiedlichen Gründen nach Ostpreußen gereist sind. Einige, wie auch wir, wollen einfach erleben, wie es hier ist und wie die Menschen hier sind. Andere sind sehr ruhig, lassen gedankenversunken die Landschaft und die Dörfer vorbeiziehen. Sie haben emotionale Bindungen hierher; sie oder ihre Eltern sind hier geboren.
Wir machen in verschiedenen Ort Halt: in dem recht unansehnlichen Tapiau, beim Gestüt Georgenburg, wo heute Trakehner gezüchtet werden, in Insterburg mit seiner eindrucksvollen heute russisch-orthodoxen Kirche, in Gumbinnen, um dem lebensgroßen bronzenen Elch, dem ostpreußischen Wappentier, unsere Aufwartung zu machen. In Trakehnen erleben wir ländliche Idylle mit freilaufenden Tieren, einem Museum der Pferdezucht, aber keinem einzigen lebenden Pferd. Wir besuchen das Storchenparadies Breitenstein und das berühmte Tilsit, wo sich 1807 die preußische Königin Luise mit Napoleon auf der Memelbrücke getroffen hat, um um Gnade für Preußen zu bitten. In Labiau erfreut uns der Blick in eine liebliche Flusslandschaft.
Bei unserer Rückkehr wartet in Primorje ein leckeres spätes Abendessen im Hotelrestaurant auf uns. Ein gutes russisches Bier verhilft uns nach einem anstrengenden und aufwühlenden Tag zur nötigen Bettschwere.

Zwei Tage zur freien Verfügung:
Die nächsten beiden Tage sind „Tage zur freien Verfügung“. Wir nutzen sie, um mit unserem Hund einen langen Spaziergang durch Groß Kuhren (Primorje) vorbei am Ententeich zur Steilküste zu machen. Unten am Fuß der unberührten Küste liegt ein herrlicher weißer Sandstrand.
Am zweiten Tag benutzen wir die ideale Busverbindung zum nur 16 km von Primorje entfernten Seebad Rauschen. Wir bummeln die Hauptstraße entlang vorbei am Strandbahnhof, an Straßencafés und zahlreichen Verkaufsständen für Bernsteinschmuck und andere Souvenirs. Wir gehen die steile Straße beim Grandhotel hinunter, um zur Kurpromenade zu kommen, die am Fuß der Steilküste verläuft. Es sind nicht viele Badegäste am Strand, weil das Wetter zwar sonnig ist, aber kühl und windig. Die Ostsee hat Schaumkronen und eine kräftige Brandung. Mit einem Fahrstuhl fahren wir knieschonend wieder nach oben auf die Steilküste. In einem Café gönnen wir uns Kaffee und Kuchen.

rauschentilsit

Kurische Nehrung:
Nun heißt es Abschied nehmen von unserem Führer Jewgenij, der uns mit viel Engagement durch seine Heimat geführt hat und uns außerdem viele Hintergrundinformationen über die Geschichte und das heutige Leben in Ostpreußen gegeben hat, über die wir sicherlich noch lange nachdenken werden. Es geht über Cranz (Selenogradsk) auf die Nehrung. Wir müssen eine Nationalparkgebühr zahlen, um mit unseren Fahrzeugen weiterfahren zu dürfen. Durch dichte Kiefernwälder geht es nach Osten. An der Epha-Düne machen wir eine Mittagspause und besteigen die Düne, um den Blick auf Ostsee und Haff und über die Nehrung zu genießen. Nach dem Grenzübergang nach Litauen sind wir schnell auf dem Campingplatz in Nida, unserer letzten gemeinsamen Station.

Nida:
Im Campingplatzrestaurant genießen wir am Abend noch ein leckeres Abendessen miteinander, bevor sich die Gruppe am nächsten Morgen von einander verabschiedet, und jeder wieder seine eigenen Pläne verfolgt. Hinter uns liegt eine interessante Reise in eine Welt, die zwar gar nicht so weit entfernt ist, ja sogar einmal zu Deutschland gehört hat, aber manchem sehr fremd war und uns nun vielleicht ein wenig näher gerückt ist.

Europe1